Leitfaden für einen erfolgreichen Start im Airbus A320 Flugsimulator

 

Ein Blick ins Cockpit eines Airbus A320 beeindruckt! Eine ungeheure menge Schalter, Knöpfe und Displays wirken schnell überfordernd. Doch ganz im Gegenteil: Das Cockpit soll es den Piloten auf einfache Weise ermöglichen, den Airbus bedienen zu können. In der folgenden Erklärung fokussieren wir uns auf die für Ihre wichtigsten Systeme, Schritt für Schritt und leicht erklärt.

 

 

 

Der künstliche Horizont - Das wichtigste Instrument der Fliegerei

Egal ob 50 Jahre alte Cessna oder ein hochmoderner Airbus A320 – der künstliche Horizont ist das mit Abstand wichtigste Instrument für Piloten. Der Künstliche Horizont informiert den Piloten über die Lage des Flugzeugs im Raum. Dabei stellt der braune Bereich sinngemäß den Boden, der blaue den Himmel und die weiße Linie dazwischen den Horizont dar. Unser Flugzeug wird durch den kleinen viereckigen Punkt, die Nase des Flugzeugs, und die beiden liegenden L´s als Tragflächen dargestellt. Wichtig- unser Flugzeug bleibt statisch in diesem Display und der künstliche Horizont im Hintergrund bewegt sich analog zum wahren Horizont mit. Möchten wir, dass der Airbus steigt, steuern wir die Nase nach oben – die Horizontlinie sinkt nach unten ab. Die Nase des Airbus zeigt nun auf die weißen Striche oberhalb der Horizontlinie. Jeder dieser weißen Striche steht für 2,5°. Es wird hier der Winkel zwischen Erdoberfläche und Flugzeuglängsachse beschrieben, zu Deutsch Fluglagenwinkel oder englisch Pitch. Der Begriff der Pitch beschreibt also, wo die Nase des Flugzeugs hinschaut. Mit zunehmenden Wert „schaut“ der Flieger im steiler gen Himmel.

Das Primary Flight Display Airus A320

Kurvenflug

Ein weitere Information die der künstliche Horizont liefert ist, ob das Flugzeug geradeaus oder eine Kurve fliegt.

Fliegt der Airbus geradeaus zeigen die beiden gelben Dreiecke im oberen Bereich genau aufeinander zu.

Möchten Sie als Pilot eine Kurve nach links fliegen so steuern Sie die Flieger mit einer Rollbewegung um die Längsachse nach links. Das innere der beiden gelben Dreiecke wird nun nach rechts auswandern und zeigt in 10° Schritten die Querneigung des Flugzeugs an.

Je nach Geschwindigkeit fliegen wir Kurven mit ca. 20° bis 25°. Das Flugzeug kann wesentlich steilere Schräglagen fliegen – aber mit zunehmender Schräglage wird es für die Passagiere idR unangenehmer und bis 30° haben wir eine den Flug unterstützende Elektronik.

Künstlicher Horizont - klassisch analog

Der Höhenmesser – Altimeter

Rechts vom künstlichen Horizont  ist der Höhenmesser des Airbus A320, als graues Band dargestellt.

Im gelben Rahmen steht die Flughöhe des Airbus in Fuss über dem Meeresspiegel. Sehr wichtig – der Höhenmesser ist als besonders sicherheitsrelevantes Instrument zu sehen. Der Radarlotse am Boden trägt dafür Sorge, dass wir in unserem Flugzeug ausreichenden Sicherheitsabstand zu anderen Flugzeugen haben. Das schafft der Lotse zum einen durch ausreichenden lateralen Abstand oder auch durch ausreichenden vertikalen Abstand. Das funktioniert nur, wenn wir uns im Cockpit möglichst genau an die Höhenvorgabe des Lotsen halten.

Es gilt also, immer ein wachsames Auge auf den Höhenmesser zu werfen. Erkennen Sie, dass der Airbus zu hoch ist, reduzieren Sie die Pitch um 1° bis 2° sodass der Höhenmesser ein Sinken anzeigt bis Sie die vorgegebene Höhe erreicht haben, dann die Nase entsprechend wieder um 1° bis 2° heben sodass Ihr Flieger nicht mehr sinkt.

Im Bespiel zeigt der Höhenmesser eine Flughöhe von ca. 7960 feet.

Rechts im PFD - Das Altimeter tape

 

Airspeed Indicator

Die Fluggeschwindigkeitsanzeige – Air Speed Indicator

Die Fluggeschwindigkeitsanzeige links vom künstlichen Horizont zeigt Ihnen die Fluggeschwindigkeit des Airbus in Knoten an. 100 Knoten entsprichen ca 185 km/h.

Wichtig ist, diese Geschwindikeit entsprich nicht der Geschwindigkeit des Flugzeugs über Grund. Zum einen wird diese durch Winde, zum anderen durch die mit zunehmender Höhe abnehmende Luftdichte, beeinflusst.

Im Beispiel zeigt der ASI eine Fluggeschwindigkeit von ca. 320 knoten. Der glebe Pfeil ist ein Trendvektor – dort wird die Geschwindigkeit sich in 10 Sekunden befinden

 

Im Primary Flight Display sind noch wesentlich mehr Informationen zu finden – Um Ihren Flug im Flugsimulator nicht zu überladen – hier nochmal die 3 Wichtigsten Infos:

  1. Pitch – wo schaut die Nase des Flugzeugs hin, in 2,5° Schritten
  2. Schräglage – Zeigen beide gelben Dreiecke aufeinander zu = 0° Schräglage – Sie fliegen geradeaus; steuern Sie in eine Kurve ca. 20° bis 25°
  3. Höhenmesser – Die Prüfungsverordnung für Verkehrspiloten sieht hier einen Toleranzbereich von nur + / – 50 Fuss (15 Meter) vor

 

Neben dem Primary Flight Display sehen Sie das Navigation Display. Dieses benötigen Sie für Ihren Flug, um zu wissen, wo Ihr Flugzeug sich befindet, wohin es fliegt und was sich in der näheren Umgebung befindet.

Im Display sehen Sie Ihren Flieger aus der Vogelperspektive. Ihr Flugzeug ist in der Mitte des Displays, Flugrichtung immer nach oben zeigend. Das Flugzeug wird immer in der Mitte des Displays stehen. Außen, dargestellt durch Zahlen und Striche, ist die sogenannte umlaufende Kursrose. Diese zeigt, wie jeder handelsübliche Kompass, jeder Himmelsrichtung einer Gradzahl zugewiesen.

0°= Nord            90° = Ost            180° = Süd            270° =West

 

Im Beispiel fliegt der Airbus einen Kurs von 220°, also Süd-West. Möchten Sie nun, oder der Lotse fordert Sie auf, den Kurs auf 300° zu ändern leiten Sie eine Kurve nach rechts ein. Beim Einleiten schauen Sie auf den künstlichen Horizont auf das innere gelbe Dreieck um die Schräglage erkennen zu können.

Sobald Sie den Airbus in Schräglage gebracht haben dreht sich die gesamte äußere Kursrose, entgegen des Uhrzeigersinns bei einer Rechtskurve. Ihr Flugzeug bleibt statisch im Display, der derzeitige IST Kurs ist oben an der grün / gelben Linie abzulesen. Sie fliegen Ihre Kurve solange, bis der Zielkurs, 300°, oben anliegt. Kurz vor Erreichen des Zielkurses, ca. 5° vorher, beenden Sie den Kurvenflug indem Sie die beiden gelben Dreiecke auf dem künstlichen Horizont wieder aufeinander zu zeigen lassen. Sobald diese aufeinander zu zeigen bewegt sich die Kursrose nicht mehr. Hat dies perfekt geklappt liegen die 300° genau auf dem gelben Strich an. Ein zu frühes oder zu spätes Ausleiten der Kurve sorgt für eine kleine Kursabweichung.

Um den Kurs genau zu fliegen ist es ratsam nur eine kleine Schräglage, ca. 5° in die entsprechende Richtung zu fliegen. Je kleiner die Schräglage, desto langsamer dreht sich die Kursrose. Das kleine blaue Dreieck ist Ihre Sollkursmarkierung. Ihr Copilot stellt Ihnen stets den Kurs ein, den Sie fliegen möchten oder sollen. Das blaue Dreieck kann dann als Kommandoanzeige verstanden werden – ist es rechts von Ihnen müssen Sie die Kurve nach rechts einleiten.

 

Die Steuerung des Airbus A320

 

Beim ersten Blick ins Cockpit eines Airbus fehlt vermeintlich etwas: Das Steuerhorn zwischen den Beinen der Piloten. Seit Mitte der 80er Jahre wurde mit der Einführung des Airbus A320 die Steuerung auf die Steuerung per Sidestick eingeführt. Nicht nur im Airbus Flugsimulator sondern auch im echten Flugzeug ist jeder Airbus mit dieser Steuerrung per Sidestick ausgestattet. Der Kapitän findet diesen auf seiner linken, der Kopilot auf seiner rechten Seite.

 

Bewegung = Steuerbefehl

Die Funktion des Sidesticks ist wie folgt:

Ziehen – die Nase wird nach oben geführt

Drücken – Nase nach unten

Rechts – Kurve nach rechts

Links – Kurve nach links

Der Sidestick

 

Fly-by-Wire Steuerung

Die zukunftsweisende Steuerung des Airbus A320 greift Ihnen während Ihres Flug unterstützend unter die Arme

Die Revolution die Airbus mit dieser Steuerung einleitete beschränkt sich nicht alleine auf das Fliegen per Stick. Vielmehr ist es die Entwicklung und Einführung des Fly-by-Wire Moduls. Frei übersetzt – Fliegen durchs Kabel – heißt so viel wie: Alle Steuerbefehle des Piloten werden von einem Flugcomputer auf Sinnhaftigkeit geprüft und nur ausgeführt, wenn der Computer errechnet, dass der Airbus sicher in gewünschter Lage fliegen kann. So ist es z.B. nur sehr schwer möglich den Airbus in einen unbeabsichtigten Strömungsabriss zu „ziehen“. Eine weitere Funktion der Fly-by-Wire Steuerung ist, der Flugcomputer speichert die vom Piloten gewollte Fluglage und hält diese bis ein neuer Steuerbefehl kommt. Das heißt konkret: Im Start möchten Sie eine Pitch von ca. 12,5° haben, also ziehen Sie den Sidestick nach hinten bis eine Pitch von 12,5° angezeigt wird. Sobald die gewünschte Lage erreicht ist, bringen Sie den Sidestick in die Neutralstellung (ohne willkürliche Bewegung geht dieser immer in die Neutralstellung), der Flugcomputer hält die Lage von 12,5° Pitch sehr zuverlässig, egal ob Wind & Böen auftreten oder nicht. Auch für den Kurvenflug speichert der Flugcomputer  die Lage. Eine mit einer Rechtsbewegung des Sidesticks eingeleitete Kurve beenden Sie mit einer Linksbewegung des Sidesticks.