Seit den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001 wurden grundlegende Sicherheitsregeln in der Fliegerei überarbeitet. Zum einen betreffen diese Regeln die Sicherheitskontrollen am Flughafen vor dem Abflug, zum anderen aber auch Sicherheitsstandards an Bord. Besonders kontrovers ist die Diskussion um die Verriegelung des Cockpits. Zum einen soll diese gepanzerte Sicherheitstüre unbefugten den Zugang zum Cockpit verhindern, zum anderen birgt diese Tür das Risiko, im Notfall nicht ohne Weiteres geöffnet zu werden.

Das Cockpit eines Verkehrsflugzeugs war schon immer ein hoch interessanter Anblick für die Passagiere. Üblich war es, dass die bis dato sehr leichte Tür auch gelegentlich während des Flugs geöffnet war um den Passagieren einen Einblick in die Arbeit der Piloten zu ermöglichen. Ohne große Genehmigungen war es gelegentlich auch möglich, auf dem 3. Platz im Cockpit, dem sogenannten Jumpseat, Platz nehmen zu dürfen. Dieser offene Umgang förderte Erheblich das Vertrauen der mitfliegenden Passagiere.

Um Zuge der neuen Sicherheitsbestimmungen ist es nahezu gänzlich untersagt, ohne Genehmigung Einblicke in das Cockpit während des Flugs zu erhalten. Zudem wurde die Technik der Cockpittüren überarbeitet. Statt wie bisher mit einem manuellen Riegel geöffnet und geschlossen werden zu können sind es nun elektronische Schließmechanismen die Unbefugten den Zutritt verwehren sollen. Auch die Materialien der Tür wurden weiterentwickelt. War es zuvor möglich die Tür einzutreten oder mit der an Bord befindlichen Feueraxt einschlagen zu können, so ist eine verriegelte moderne Cockpittür nicht ohne schweres Gerät zu öffnen. Diese massive Bauweise soll verhindern, dass Unbefugte auch gewaltsam während des Flugs keinen Zutritt ins Cockpit erhalten können. Die einzige Möglichkeit die Cockpittür während des Flugs zu öffnen durch Eingabe eines elektronischen Codes. Im Airbus A320 befindet sich das Eingabefeld links neben der Cockpittür. Wurde der Korrekte Code eingegeben so klingelt es im Cockpit und die Cockpitcrew sieht auf einem kleinen Bildschirm das Bild einer Kamera vor der Cockpittür. Die Tür muss nun willentlich von der Cockpitbesatzung geöffnet werden.

Doch es gibt auch eine Möglichkeit ohne Freigabe der Cockpitbesatzung die Cockpittür von außen zu öffnen. Es gibt einen ständig wechselnden Notfallcode mit dem die Cockpittür auch ohne Freigabe von innen geöffnet werden kann. Dieser Notfallcode ist der gesamten Crew bekannt und führt die Sicherung der Cockpittür ad absurdum da so die Cockpitcrew erpressbar wird.

Im Airbus A320 hat die Cockpitcrew die Möglichkeit, die Cockpittür trotz Eingabe des Notfallcodes trotzdem elektronisch zu verriegeln. Wird der Cockpitdoor Wahlhebel auf LOCK gesetzt, so ist es auch mit korrekter Eingabe des Notfallcodes nicht möglich, die Cockpittür zu öffnen.

Sinn der Einführung der verriegelbaren Cockpittür war zweifelsfrei eine Erhöhung der Sicherheit an Bord gegenüber unbefugten Handlungen. Doch das Risiko, dass eine fälschlich verriegelte Cockpittür birgt, ist immens. Vor kurzem hat sich der Kapitän der Fluggesellschaft Delta versehentlich selbst ausgesperrt. Ein Öffnen der Tür war nicht möglich, da diese verklemmt war. Auch ein gewaltsames Öffnen wäre aufgrund der Bauweise nicht möglich gewesen. In diesem Fall konnte der Co-Pilot die Maschine problemlos landen. Es mag hochgegriffen erscheinen, aber was passiert, wenn der im Cockpit verbleibende Pilot das Bewusstsein verliert oder einen Infarkt erleidet? Das Cockpit wäre in diesem Fall nicht mehr zu öffnen, auch nicht gewaltsam mit den an Bord befindlichen Werkzeugen.